Andragogische Leitprinzipien

Andragogische Leitprinzipien zur Lerngestaltung und didaktischen Ausrichtung

1. Andragogischer Bezugsrahmen

Die Gestaltung unserer Schulungen beruht auf den folgenden Prinzipien, die sich insbesondere am andragogischen Ansatz von Malcolm Knowles und an den Schweizer Referenzen der Erwachsenenbildung (SVEB) orientieren:

PrinzipKonkrete Umsetzung bei Securiman
Erwachsene lernen selbstständigDie teilnehmende Person gilt als aktive Gestalterin ihres Lernprozesses. Die ausbildende Person versteht sich als Lernbegleiterin und nicht als passive Wissensvermittlerin.
Lernen wird durch Nützlichkeit motiviertAlle Inhalte sind in konkreten Arbeitssituationen verankert. Der Bezug zu den beruflichen Risiken ist sofort erkennbar.
Erfahrung ist eine RessourceDie Teilnehmenden werden ermutigt, ihre Erfahrungen, ihre Fehler und bewährte Vorgehensweisen zu teilen. Das schafft Sinn und fördert den Austausch unter Gleichgestellten.
Lernen ist auf Problemlösung ausgerichtetDie Module sind rund um konkrete Fallbeispiele, praktische Übungen und Simulationen von Gefahrensituationen aufgebaut.
Erwachsene müssen verstehen, warum sie lernenJedes Modul beginnt mit einer Erläuterung der Ziele, der damit verbundenen Risiken und des beruflichen Zwecks des Gelernten.

2. Kompetenzorientierte Lernziele

Alle Securiman-Schulungsmodule sind auf klare Lernziele ausgerichtet, die in Form von Wissen, Können und Haltung formuliert sind und in direktem Bezug zu den Vorgaben der SUVA, der IPAF oder der Berufswelt stehen:

  • Operative Ziele: «Eine Last unter Einhaltung der Sicherheitsregeln anschlagen»
  • Verhaltensziele: «Bei einem Zwischenfall oder einer Gefahr angemessen reagieren»
  • Konative Ziele: «Eine proaktive Haltung gegenüber den Anweisungen einnehmen»

Diese Ziele leiten die Gestaltung der Inhalte, der Übungen, der Unterlagen und der Beurteilungsmethoden.

3. Bevorzugte didaktische Methoden

Der pädagogische Ansatz ist aktiv, visuell, demonstrativ und partizipativ. Die Methoden variieren je nach Profil, Risiken und technischem Anspruch des Berufs:

  • Praktische Vorführungen, kommentiert von der ausbildenden Person
  • Simulationen und Übungen mit realem Material
  • Arbeiten zu zweit oder in Kleingruppen
  • Mündliche Fragen und Umformulierungen
  • Erklärvideos oder Videos mit simulierten Gefahrensituationen
  • Selbsteinschätzungen und individuelles Feedback

Diese Methoden fördern das Verständnis, das Einprägen und die unmittelbare Übertragung an den Arbeitsplatz.

4. Inklusive und angepasste Pädagogik

Unsere Schulungen berücksichtigen die unterschiedlichen sprachlichen, kulturellen und schulischen Voraussetzungen der Teilnehmenden:

  • Einsatz von Bildern, Schemas und erklärenden Gesten
  • Unterlagen mit kurzen Sätzen und verständlichem Wortschatz
  • Wiederholung der Anweisungen und mündliche Überprüfung des Verständnisses
  • Berücksichtigung besonderer Bedürfnisse (Leseschwierigkeiten, Höhenangst usw.)

Die ausbildende Person passt ihre Sprache und ihre Beispiele dem tatsächlichen Niveau der Teilnehmenden an. Die Pädagogik ist wohlwollend, gibt Sicherheit und wertschätzt die Teilnehmenden, insbesondere jene, die wenig Schulungserfahrung haben.

5. Haltung der Securiman-Ausbildenden

Alle unsere Ausbildenden kommen aus der Praxis (Bau, Sicherheit, Industrie) und sind in der Erwachsenenbildung geschult. Ihre Haltung orientiert sich an drei Prinzipien:

  • Respekt gegenüber den Teilnehmenden: Anerkennung ihrer Erfahrung
  • Klare Anweisungen: Struktur und Einfachheit
  • Dynamische Moderation: Rhythmus, Humor, Ermutigung, Sorgfalt

Fazit

Die Schulungen von Securiman sind nach expliziten andragogischen Prinzipien gestaltet und auf die Besonderheiten des erwachsenen Publikums aus Bau und Industrie zugeschnitten. Sie zielen auf ein nützliches, sicheres, aktives und übertragbares Lernen ab, getragen von einem engagierten und professionellen Team von Ausbildenden.

Januar 2026